LEIDER NICHTS NEUES // DAVID BOWIE: THE GOUSTER (1974)


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Es ist erschreckend, wie oft heute ein Journalist den von einem anderen Journalisten abgeschriebenen Werbetext einer Plattenfirma online und offline, analog, digital, debil weiterkopiert. Vorher wird dann vom Verlag, Medium, Redakteur noch fein optimiert für den Google-Strich, und perfekte SEO erzeugt optimale Reichweite. Fertig! Absoluter Bullshit: Denn wenn der Inhalt nicht stimmt, ist alles nichts wert. Qualität – nur darum geht es, immer und ausschließlich. Reichweite kommt dann von alleine. Anders wird niemand reich und die Leser suchen das Weite.

David Bowies angeblich neues Album ,The Gouster‘, aufgenommen 1974, ist ein nettes und noch harmloses Beispiel dafür, wie kaputt diese Copy-&-Paste-Medienwelt sein kann. ,The Gouster‘ ist gerade erschienen als Teil des opulenten Box-Sets ,Who Can I Be Now? [1974 – 1976]‘. Und hierfür wurde explizit mit der Sensation eines eigenständigen, bisher nicht veröffentlichten David-Bowie-Albums von 1974 geworben.

Die Fakten sind: ,The Gouster‘ enthält nur Songs, die man vom offiziellen Bowie-Album ,Young Americans‘ (1975) kennt, zwei davon erschienen 1991 als Bonus-Tracks der CD-Version dieses Albums. Damit ist ,The Gouster‘ eine Art Vorproduktion des wunderbaren ,Young Americans‘ – nicht mehr und nicht weniger. Tolle Musik, bekannte Songs, andere Takes und/oder Mixes. Listen & compare!

Sehr erbärmlich, die Vortäuschung eines „unveröffentlichten Albums“ medial derart als Lockmittel für potenzielle Boxenkäufer einzusetzen. Das CD-Box-Set ,Who Can I Be Now? [1974 – 1976]‘ startete mit ca. € 140, die Vinyl-Version mit € 250. Letztere lohnt sich für Fans auf jeden Fall, denn es liegt ein tolles, LP-formatiges Buch bei. Aber der Spaß kostet viel Geld, und die Produktbeschreibung ist, wie beschrieben, grenzwertig – und damit auch der tatsächliche Inhalt fragwürdig.

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Sehr dumm, die sich auch kommerziell sehr positiv entwickelnde Vinyl-Szene mit solchen und ähnlichen Aktionen so vor den Kopf zu stoßen. Käufer zahlen immer mehr, kleine Händler verdienen immer weniger, Record-Store-Day-Raritäten gibt’s drei Wochen später regulär und günstiger …. Häh? Nicht das erste Mal, dass diese Industrie unsensibel mit zahlenden Kunden umgeht, erinnert man sich an die Copy-Kills-Music-Hysterie mit den kopiergeschützten und dadurch nicht mehr im Auto und am PC hörbaren CDs. Bestraft wurden nicht die Raubkopierer, sondern diejenigen, die regulär einen Tonträger gekauft und bezahlt hatten. Bitte mal wach werden und wieder mit guten Marketing-Ideen und guter Musik tolle Produkte kreieren, um für Künstler und die Industrie selbst Geld zu verdienen. Dann klappt’s auch mit den Käufern – und das vielleicht sogar wieder auf Dauer.

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