Hookline-Onkelz auf dem Frei.Wild-Strich

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Frei.Wild hören also auf. Oder jetzt doch nicht? Oder eigentlich gar nicht? Die Hookline-Onkelz von der freien Presse wildern auf dem Frei.Wild-Strich – mal wieder. Debile Headlines kann ich auch, ihr Feuilletopportunisten.

Frei.Wild hören also auf. Oder jetzt doch nicht? Oder eigentlich gar nicht? Ich habe weder unter künstlerischen, noch unter weltanschaulichen Aspekten irgendwelche Sympathien für diese Heimatkapelle. Aber genau so wenig übrig für Medien, die unter Hooker-Hooklines Halbwahrheiten verbreiten. Frei.Wild hören nämlich (leider) nicht auf, sie haben eine Pause angekündigt. Und Frei.Wild sind vor einigen Monaten einen Schritt gegangen, der sie bei ihrer früheren Klientel doch teilweise als Verräter hat dastehen lassen:

Davon ist in den meisten neueren Berichten über diese Band so gut wie nie die Rede. Überhaupt ging dieses positive und wirklich unmissverständliche Statement der Musiker relativ schnell unter – da passten wohl ein paar neue Keywords nicht zum alten Thema, und die Klickzahlen gingen in den Keller. Wollt ihr die totale R€ichw€ite, dann ignoriert so etwas! Auch Päpste, die alles machen, was ihre Vorgänger nicht gemacht haben, sind medial bitte weitestgehend zu ignorieren – zumindest so lange, bis sie erschossen oder geoutet werden. Egal als was. Denn Ethik und Seriosität werden eben nicht mit € geschrieben.

Und was passiert seit nunmehr 20 Jahren? Mit bewusst neutralen (Rock Hard, Hammer etc.) bis pseudo-aufklärerischen Artikeln (Spiegel, Rolling Stone etc.) biedern sich deutsche Medien dafür immer wieder gerne dem Thema Böhse Onkelz an, und leben eventuell sogar von deren PR-Etat. Denn diese Musiker locken schließlich Hunderttausende nach Hockenheim, fahren ab und zu mal jemanden halbtot und „Die Böhsen Onkelz geben zwar vordergründig vor, mit ihrer rechten Vergangenheit nichts mehr zu tun zu haben, versichern ihren rechtsradikalen Anhängern allerdings bei jeder Gelegenheit augenzwinkernd, dass sie trotz des Drucks der Öffentlichkeit im Kern ungebrochen und ganz die Alten geblieben sind.“ (Zitiert nach Wikipedia-Art: Böhse Onkelz. Aus einem Antrag des Anwalts der taz an das Berliner Landesgericht, die Klage der Onkelz abzuweisen, 30. April 2001. Die taz hatte die Gruppe in einem Artikel als „berüchtigte rechtsradikale Band“ bezeichnet.]

Ja, seit 1995 sind die Onkelz ein sauberer deutscher Major-Act, bei Virgin Records Germany kamen sie damals unter Vertrag – und ab da standen viele Medienrocker stramm, um via Werbeanzeigen die Erleuchtung zu bekommen, dass die Böhsen eigentlich doch Guhte sind.

Die alte Nummer also mal wieder: Pseudointellektuell-betroffen über Riefenstahl-Ästhetik in Rammstein-Videos lamentieren und dabei deren Helge-Schneider-Lyrik unter den Tisch fallen lassen, dann bei Frei.Wild ohne Grund den Sieg über das Böse (oder eben das doch nicht so ganz Böse) feiern, und bei den Onkelz seit zwei Generationen einen auf die drei Affen machen und immer brav medial mit dem Popo wackeln – was vor allem für die sogenannte Metal-Presse gilt: Da will man es sich anscheinend mit der Mitgröhldumpfbacken-Klientel und dem AFD/IB-Anteil in der Zielgruppe nicht verscherzen und beim heutigen Soundtrack für das braune Morgen irgendwann mal schon so begeistert dabei gewesen zu sein, wie damals bei Iron Maiden als Vorgruppe von Kiss. Opas, die vom Krieg erzählen, haben eben auch oft mitgemacht. Oder sind zumindest mitgelaufen.

+++ Danke an Die Ärzte, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Wolfgang Niedecken & BAP, Die Toten Hosen, Fanta Vier, Brings u.v.a. für klare Statements zu diesem Thema.

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