ALLMAN AND WOMAN: TWO THE HARD WAY

+ ALLMAN AND WOMAN: TWO THE HARD WAY + LP, 1977

ALLMAN war Gregg, Sänger & Keyboarder der Allman Brothers Band, the WOMAN hieß Cher Allman – ja genau die Cher von Sonny & Cher. Bevor sich Gedanken aufdrängen wie, „Was machte die Schnecke denn mit dem Zausel?“, hier ein Foto des durchaus schmucken Herrn Allman mit Gattin, die damals auch im bürgerlichen Outfit noch dezenten Hippie-Sex versprühte. Passte doch.

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Meine Lieblingsmoderatorinnen Anja Kohl und Judith Rakers? Nein, es sind Cher und Gregg Allman, circa 1975.

Von 1975 bis ‘79 waren sie verheiratet – angeblich reichte Cher aber schon nach neun Tagen Ehe die Scheidung ein, wegen Allmans Alkohol- und Heroin-Konsum – die Situation entspannte sich dann aber. Ihre Beziehung endete erst mit der Album-Veröffentlichung von TWO THE HARD WAY, einem zwischen Disco-Pop, Blue-Eyed-Soul, besten Southern-Rock-Gitarren und echten Reim-Banalitäten aus dem Bereich Liebe, Triebe, Hiebe pendelnden Werk, das auf eher wenig Zuspruch stieß.
Wikipedia fasst das Drama wie folgt zusammen: „Two the Hard Way is a studio album by American singer-actress Cher and the fourth studio album by American rock singer Gregg Allman released in November 1977 by Warner Bros. Records. The album, billed to ,Allman and Woman‘, was a critical and commercial failure and has sold less than 550,000 copies worldwide.“

Bedenkt man, dass alle diese 550,000 copies worldwide ganz sicher mindestens dreiundvierzigmal weiterverkauft wurden, war dieses Album doch sehr lebendig am Markt. Mir fiel es erst knappe 40 Jahre nach Veröffentlichung in die Hände, und ich musste diese LP sofort mitnehmen; einmal weil ich Gregg Allmans Stimme und seine Musik liebe, und dann weil dieses Cover einfach ein echter Bad-Taste-Knaller ist.

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Southern-Bürsten-Face @ Disco-Domina: Die USA waren schon vor Donald Trump das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten.

Und ich mag dieses Album! Denn es strahlt irgendwie auch Ton für Ton alles aus, was dieses eigenwillige Paar ausmachte: Zwei tolle Musiker und Menschen, die es miteinander versucht haben, bei denen irgendwie alles und nichts passte … Musikalisch kann man hier zwei eigentlich berührende Stimmen erleben, die sich oft zu neutralisieren scheinen, ein paar spannende musikalische Momente, Arrangement-Platitüden die Songs auffressen, und ein paar wirklich authentische Allman-Momente. Immer wieder erstaunlich, wie verschieden der Groove von Mrs. und Mr. Allman auf diesem Album war. Feste Größen der Produktion waren Gitarrist Ricky Hirsch, Willie Weeks am Bass, Pianist Neil Larsen und Drummer Bill Stewart.

Ein echtes Must-have für jeden Allman-Brothers-Fan … mit entsprechenden Nerven und etwas Humor.

 

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Gregg Allman und vor allem Gattin Cher bestanden in den mittleren 70ern noch komplett aus Originalbauteilen.
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